| | Hallo Lieblingsplatz – molitors zu Besuch im Kom(m)ödchen

Hallo Lieblingsplatz – molitors trifft Kay Sebastian Lorentz Backstage

 

Wer zum Lachen nicht gerade in den Keller geht, der kennt und liebt das Kom(m)ödchen. Das bissige Düsseldorfer Stadttheater, das der Gesellschaft seit über 70 Jahren den Spiegel vorhält, verbindet der Bildungsbürger mit der Urzelle des politischen Kabaretts aus der „Gründerzeit“ von Kay und Lore Lorentz. Seit 26 Jahren wird das Programm mit einer Mischung aus Kabarett, Comedy, Theater, Sketch und Musik von Kay Sebastian Lorentz sehr erfolgreich in familiärer Atmosphäre weiterentwickelt. Zum Start des neuen Programms haben wir ihn gefragt, woran er große Freude hat.

molitors: Herr Lorentz Sie kommen gerade gut gelaunt aus den Ferien zurück. Recht unkonventionell waren Sie mit Ihrem VW-Bulli unterwegs. Haben Sie auf diese Art neue Lieblingsorte entdeckt?

Kay Lorentz: Ja. Meine Frau und ich lieben das lässige Campingleben im Sommer, einerseits auf engstem Raum im Bulli, andererseits immer draußen im Freien, wandern etc. Das Besondere ist, dass wir auch schon mal ins Hotel gehen, z.B. wenn das Wetter schlecht ist oder wir plötzlich Lust auf mehr Komfort verspüren. Und längst nicht jeder Campingplatz kann mit uns rechnen. Einen neuen Lieblingsplatz haben wir diesmal mitten im Mairatal, der Region im Piemont, entdeckt. Und in Gufidaun, Südtirol, gibt es ein Hotel, in das wir auch unbedingt wieder wollen.

molitors: Was bedeutet für Sie „Lieblingsplatz“?

Kay Lorentz: Es gibt unendlich viele Lieblingsplätze. Im Kom(m)ödchen ist es der Platz im Foyer, zwischen Tresen und Bühneneingang. Dort stehe ich am liebsten nach der Vorstellung und beobachte gut gelaunte Menschen beim Nachhausegehen. Häufig wird mir genau dort klar, warum ich diesen Job so lange und so gerne mache. Ein zweiter Lieblingsplatz ist der bei meinem Lieblingsfischkoch Jeewan Lal, ein winzig kleiner Laden um die Ecke vom Kom(m)ödchen.

molitors: Das Stück „Couch. Ein Heimatabend“ wurde u.a. zum Publikumsliebling in Ihrem Theater. Wer sind Ihre Lieblingsbesucher und gibt es den typischen Kom(m)ödchen-Besucher?

Kay Lorentz: Es gibt keinen Lieblingsbesucher für mich. Zu gerne sitze ich in der Dunkelheit einer Vorstellung und beobachte die Menschen um mich herum. Es ist unfassbar, wie unterschiedlich Menschen Freude ausdrücken. Es gibt natürlich die Lauten, aber eben auch die Verhaltenen, die Schüchternen, die Vornehmen, die Hochnäsigen, die Schlichten und die Schlauen. Ich mag diese Vielfalt.

molitors: Kom(m)ödchen ist Kult! Seit Generationen macht Ihr Programm das Publikum glücklich. Was in unserer schnelllebigen Welt hat sich in den vergangenen Jahren geändert? Spielt das neue Programm „Quickies. Schnelle Nummern zur Lage der Nation“ darauf an?

Kay Lorentz: „Quickies“ ist im Gegensatz zu den Programmen der letzten 12 Jahre ein Nummernprogramm. Es folgt keiner Geschichte und keinem roten Faden. Das hat den Vorteil, dass es durch Austausch einzelner Nummern sehr aktuell sein kann. Und das Publikum scheint darauf gewartet zu haben. Die Älteren kennen Nummernkabarett noch aus früheren Zeiten.

molitors: Was war Ihr schönstes Lob von den Zuschauern?

Kay Lorentz: „Also was Ihre Eltern damals gemacht haben, war ja klasse. Aber dass Sie bis heute den Laden mutig – mit anderen Mitteln als Ihre Eltern – erfolgreich weiterführen konnten, ist superklasse.“

molitors: Was bewundern Sie an Ihrem Ensemble ganz besonders?

Kay Lorentz: Professionalität, Spielfreude, Spontaneität.

molitors: Welche Eigenschaften schätzen Sie an Ihrem Team besonders?

Kay Lorentz: Die Fähigkeit, sich auch nach der 500. Vorstellung immer wieder voll ins Zeug legen zu können.

molitors: Gibt es etwas, was Sie im Kom(m)ödchen in den nächsten Jahren unbedingt noch machen wollen?

Kay Lorentz: Eine anständige Nachfolgeregelung auf den Weg bringen.

molitors: Wenn Sie das Kom(m)ödchen und Düsseldorf mit drei Worten beschreiben sollten …?

Kay Lorentz: Komisch. Kritisch. Klasse.

molitors: Vielen Dank für Ihre ehrlichen Antworten, lieber Herr Lorentz.

www.kommoedchen.de

Die Kom(m)ödchen-Bühne — Startrampe für großartige Kabarettkarrieren von:

Ernst Hilbich (1960er)
Harald Schmidt (1980er)
Thomas Freitag (1980er)
Jochen Busse (1970er)
Volker Pispers (1990er)
Christian Ehring (2002)
Maike Kühl, Heiko Seidel,
Daniel Graf und Martin Maier-Bode (aktuelles Ensemble)

Lieblingsplatz 2: „La Boullabaisse“ in Kom(m)ödchen Nähe. Ein feines Fischrestaurant mit 14 Plätzen – eine fast familiäre Geschichte verbindet Kay Lorentz und Inhaber Jeewan Lal (links Frank Leukers).

KULTSTATUS

Von allen Programmen, angefangen bei FreaksSushiDeutschland gucken
Irgendwas mit Menschen wurde Couch. Ein Heimatabend das erfolgreichste Kabarett Ensembleprogramm aller Zeiten. Mehr als 700 Mal haben die drei vom Düsseldorfer Kom(m)ödchen, Maike Kühl, Christian Ehring und Heiko Seidel, den Dauerbrenner auf die Bühne gebracht. 12 1/2 Jahre ist das Stück gelaufen, knapp 140.000 Menschen haben es gesehen, 166 Vorstellungen gab das Ensemble auswärts – auch an entfernten Orten, in Belgrad etwa, Lissabon, Helsinki und Stockholm.

DAS NEUE PROGRAMM

„Quickies. Schnelle Nummern zur Lage der Nation“ Der schlüpfrige Titel verspricht einen einzigen funkenversprühenden politisch kabarettistischen Rundumschlag und einen hochwirksamen Angriff auf die Lachmuskulatur. Die vier Verwandlungskünstler nehmen im Sauseschritt die aktuelle Politik auseinander und formieren sie zu immer neuen aberwitzigen, schreiend komischen Szenen.
Tickets unter 0211-329443

Gemeinsamkeiten entdecken und Menschen „happy“ machen. An guten Ideen fehlt es Kay Lorentz und Frank Leukers nie.

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